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Valenz der Verben

Язык: русский
Формат: реферат
Тип документа: Word Doc
0 1879
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1

Inhaltsverzeichnis.

I.
Vorwort………………………………………………………..
………………………….2

II. Zum Begriff der
Wortbedeutung………………………………………………….3

III. Valenztheorie. Der Begriff der
Valenz………………………………………..4

IV. Valenz der
Verben…………………………………………………………
……….11

V. Bedeutung und Valenz der Adjektive und
Substantive…………………14

VI. Die Valenzanalyse des Verbs
„danken“…………………………………….16

Quellenverzeichnis………………………………………………
…………………18

I. Vorwort.

In der Grammatik der deutschen Gegenwartssprache ist die zentralle
Rolle der Valenz angedeutet, die gleichsam im Schnittpunkt von Grammatik
und Lexikologie, von Syntax und lexikalischer Semantik, liegt. Diese
Stellung ergibt sich daraus, da? das Wort im Redeakt immer als Teil
eines Syntagmas auftritt. Mit der lexikalischen Bedeutung eines Wortes
sind die wesentlichen Bedingungen fьr die Kombinierbarkeit mit anderen
Wцrtern im Satz festgelegt. Deshalb bestehen auch die paradigmatischen
und syntaktischen Eigenschaften der Wцrter nicht unabhдngig voneinander,
sondern stehen im dialektischen Zusammenhang zueinander. Mit der
lexikalischen Bedeutung des Wortes sind zugleich Bedingungen gesetzt fьr
das Auftreten notwendiger und mцglicher Partnot im Satz fьr die
Kombinierbarkeit des des betreffenden Wortes mit anderen Wцrtern im
Satz. Umgekehrt kann das Auftreten in verschiedenen Kombinatiionen
Unterschiede in der lexikalischen Bedeutung des Wortes signalisieren,
z.B.:

1. Er nennt den Schьler ein Talent.

2. Er nennt (dem Schьler) die richtige Lцsung. Stepanowa M.D. und Helbig
G. „Wortarten und das Problem der Valenz in der deutschen
Gegenwartssprache“. VEB Bibliographisches Institut. Leipzig, 1978, s.118
– 119.

Das gleiche Verb taucht in (1) und (2) in verschiedenen
lexikalisch-semantischen Vortarten auf, denen eine verschiedene
Kombinierbarkeit entspricht.

Unter Valenz verstehen wir also die Fдhigkeit eines Wortes, auf Grund
seiner Bedeutung zu anderen Wцrtern herzustellen. K. –E. Sommerfeld und
H. Schreiben. “Wцrterbuch zur Valenz und Distribution deutscher
Adjektive” VEB Bibliographisches Institut. Leipzig. 1977, s. 15.

I. Zum Begriff der Wortbedeutung.

Es ist schon erwiesen, daв die Sprache verschiedenartige Funktionen im
Leben der betreffenden Sprachwissenschaft erfьllt. Die wichtigste
darunter ist die kommunikative Funktion. Sie erfolgt durch Mitterung von
Bedeutungen. Die letzten verhalten sich zu den materiellen Hьlle der
Spracheinheiten als Zweck zum Mittel.

Deshalb ist die Bedeutung das zentrale Problem der gegenwдrtigen
Sprachwissenschaft, als „das Kernstьck der Lexikologie“.

Alle sprachlichen Einheiten haben ihre eigenen Bedeutungen. Man
unterscheidet lexikalische, phrasiologische, lexikalisch-grammatische
und grammatische Bedeutungen.

Aber von groвem Interesse ist fьr uns die lexikalische Bedeutung des
Wortes. Das ist das wichtigste, das komplizierteste Problem der
Lexikologie.

Es gibt hunderte Definitionen der Wortbedeutung. Einige davon sind von
den vorherigen Begriffsbestimmungen abgeleitet und fallen mit ihnen in
den wichtigsten Komponenten zusammen. Die anderen weichen stark
voneinander ab.

So z.B. gibt W. Schmidt folgende definition der Bedeutung : „ – Das ist
die Widerspiegelung der Merkmale von Gegenstдnden, Erscheinungen der
objektiven Wirklichkeit“. Und hierher gehцrt auch die Definition der
Bedeutung als gesellschaftlich determeniertes, interindividuelles Abbild
der Merkmalstruktur einer Erscheinung der objektiven Realitдt von M.D.
Stepanova, I.J. Cernyљeva. Stepanowa M.D., Cernyљeva I.J. “Lexikologie
der deutschen Gegenwartssprache” Moskau, 1986

Lewrowskaja bestimmt die Bedeutung als „Wiederspiegelung des Begriffs“
Lewkowskaja K.A., “Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache” Moskau,
1968 ;

Wostokov B.I. sagt, daв „die Bedeutung – der Begriff ist“.

Und ein polnischer Sprachforscher A. Schaff gibt folgende Definition:
„Die Bedeutung ist das gesellschaftlische Verhдltnis der Menschen
zueinander, soziale Beziehungen zwische ihnen. “Введение в семантику”,
перевод с польского, М. 1968

Um den wesen der lexikalischen Bedeutung gegenstandgemдвt zu
entsprechen, muв die Definition der Wortbedeutung folgende Asperte
enthalten:

1) Bedeutungsumfang (der denotative Aspekt);

2) Bedeutungsgehalt (der signifikative Aspekt);

3) Modalitдt der Bedeutung (oder ihr konnotativer Aspekt);

4) Struktureller Aspekt der Wortbedeutung;

5) Sozialler Aspekr der Wortbedeutung;

III. Valenztheorie. Der Begriff der Valenz.

Die Verbindungen von Wцrtern mit bestimmten Partnern sind
beliebig und vцllig willkьrlich. Sie unterliegen bestimmten
Gesetzmдвigkeiten.

Heute faвt man die grungelegenden Gesetzmдвigkeiten der Kombinierbarkeit
eines Wortes mit einem anderen mit dem Begriff der Valenz im
allgemeinsten Sinne. Stepanowa M.D., Helbig G. „Wortarten und das
Problem der Valenz in der deutschen Gegenwartssprache“

Leipzig 1978, s. 118

Auf dem Gebiet der Syntagmatik der Wortarten wird die Valenz als
„Schnittpunkt von lexikalischer Semsntik und Syntax“ bestimmt.

Damit kommt dem begriff der Valenz die entsprechende Rolle zu, wenn man
die syntagmatischen Aspekte der Wцrter erfassen will.

Gegenstand unserer Forschung sind die Grundfragen der Valenztheorie
dazugelegen und die Valenzwцrterbьcher einer Analyse zu unterziehen.

Eine besonders groвe bedeutung hat hier das Studium praktischer Fragen
der Valenz des Verbs vor allem fьr den Deutschunterricht. Selbst
fortgeschrittene Studenten und Schьler machen beim Gebrauch der
deutschen sprache zahlreiche Fehler in der Valenz.

Es handelt sich dabei um Fehler, die mit den traditionellen Mitteln der
Grammatik nicht hinreichend beschreiben werden kцnnen.

Дhnliches beobachtet man an den Fragen des Wortschatzes und der
semantischen Kombinierbarkeit von Wцrtern.es fдllt Schьlern und
studenten oft schwer, zwischen bedeutungsnahen Wцrtern zu unterscheiden,
die ьberdies in ihrer syntaktischen Umgebung unterschiedlich sind:
kennen – wissen, warten – erwarten – abwarten u.s.w. anhand der
Valenzanalyse kцnnte man solche Fehlerquellen in Fremdsprachenunterricht
beseitigen oder riduzieren: fortsetzen – fortfahren, treffen – begegnen,
kommen – ankommen.

Der Begriff der Valenz in der theoretischen Beschreibung ist noch nicht
ganz deutlich geklдrt, daв man ihn ohne weiteres ьbernehmen kцnnte.

Es bedarf zunдchst eines Ьberblicks ьber der verschiedenen Fassungen des
Valenzbegriffes in der Linguistik und einer davon resultierenden
theoretischen Feststellung. Der moderne Valenzbegriff wurde in die
Linguistik durch den franzцsischen Sprachforscher L. Tesniere eingefьhrt
worden, der bei der strukturellen Satzanalyse vom verb ausgeht.

Als untergeordnete Glieder des Verbs sicht er die “actants” an, d.h.
die handelnden Glieder und die „circonstans“ im Satz zahlenmдвig durch
das Verb begrenzt, was von der lexikalischen Bedeutung des Verbs
abhдngt.

Die Fдhigkeit der Verben, eine bestimmte Anzahl von „actants“ zu sich
zu nehmen vergleicht L. Tesniere mit der Wertigkeit eines Atoms und
nennt sie „Valenz“. Fьr das Franzцsische nimmt L. Tesniere drei Arten
von Aktanten an, die in gleicher Werse direkt vom Verb abhдngig sind:
Subjekt, Akkusativ- und Dativobjekt. Ausgeschlossen von den
Valenzbeziehungen bleiben bei Tesniere die Adverbialbestimmungen und die
Prдdikativa Zitiert nach : J Hebig, W. Schenkel. „ Wцrterbuch zur Valenz
und Distribution deutscher Verben“ VEB Bibliographisches Institut.
Leipzig 1973 s. 13

.

Das Subjekt verliert seine Sonderstellungim Satz.

L. Tesniere lehnt die traditionelle Subjekt – Prдdikat – Opposition im
Satz ab, weil sie nicht nur die Valenzbeziehungen, sondern auch die
Aktiv – Passiv – Beziehung verdunkelt. Das Subjekt ist bei Tesniere nur
ein semantischer Name fьr den ersten Aktanten.

Nach der Valenz unterscheidet Tesniere vier Gruppen von Verben.

1) Avalente (nullwertige) Verben haben keine Valenz und kцnnen im
Prinzip keinen Aktanten regieren (unpersцnliche Verben: es regnet).

2) Monovalente (einwertige) verben haben nur eine Valenz, sie regieren
nur einen Aktanten und sind intransitiv im traditionellen Sinne. (Alfred
schlдft)

3) Divalente Verben (zweiwertige) haben zwei Valenzen und kцnnen zwei
aktanten regieren, sie sind transitiv im traditionellen Sinne. (Alfred
weckt Otto)

4) Trivalente (dreiwertige) Verben haben drei Valenzen und kцnnen drei
Aktanten regieren (Alfred gibt Otto das Buch). Die Verben werden nur
hinsichtlich der Zahl, nicht auch hinsichtlich der Art der Aktanten
klassifiziert.

In der deutschen Grammatik erscheint der Valenzbegriff etwa bei
O.Behagel Behaghel O.: “Deutsche Syntax” Bd. II, Heidelberg 1924, s. 113
und G.C.A. Heyse Heyse G.C.A. “Deutsche Grammatik” Hannover / Leipzig.
1908, s. 296 .

Sie teilen die Verben in absolute bzw. subjektive (d.h. keine Ergдnzung
fordernde) und relative bzw. objektive (d.h. eine Ergдnzung fordernde)
ein. Zu den absoluten Verben gehцren solche, die auвer dem Subjekt keine
weitere Ergдnzung brauchen, damit ein grammatisch korrekter Satz
entsteht (z.B.: er schlдft, singt, geht), zu den relativen Verben
gehцren solche, die auвer dem Subjekt noch mindestens eine weitere
Ergдnzung brauchen, damit ein grammatisch richtiger Satz entsteht: (z.B.
Er besucht seinen Freund, wohnt in Moskau, stellt das Glas auf den
Tisch).

Der tesnierische Valenzbegriff ist in der deutschen Grammatik von H.
Brinkmann Brinkmann H.: “Die deutsche Sprache” Dьsseldorf 1962, s. 223
und G. Erben Erben G. “Abziв der deutschen Grammatik”, Berlin 1964, s.
231 nutzbar gemacht worden. Brinkmann nennt mit Tesniere „die Fдhigkeit
des Verbums, weitere Stellen im Satz zu fordern“, „Valenz“ und die
Stellen selbst, die fьr weitere Beziehungen offen sind, „Mitspieler“,
oder Aktanten.

Das Verb bestimmt wie bei L. Tesniere darьber, „wieviel Stellen im Satz
besetzt werden mьssen (oder kцnnen).

H. Brinkmann bezieht im Anschluв an Tesniere L. nur die Aktanten, nicht
die Adverbiallbestimmungen in die Valenz ein, obwohl auch diese
Adverbiallbestimmungen im deutschen satz strukturell notwendig sein
kцnnen. Sдtze wie „Er legt das Buch auf den Tisch“ oder „Berlin liegtan
der Spree“ kцnnen nicht um die Umstandsbestimmung reduziert werden, ohne
daв sie ihren Charakter als Satz verlieren.

Bei J. Erben taucht der Valenzbegriff unter dem Terminus „Wertigkeit“
auf. Fьr ihn bildet das Verb im deutschen Satz den charakterischen
Aussagekern. Von diesem Aussagekern hдngt es wesentlich ab, welche und
wieviel Ergдnzungsbestimmungen mit dem Verb auftreten.

J. Erben erhдlt im Resultat seiner Aufgliederung vier Grundmodelle der
Sдtze, entsprechend den ein- zwei- drei- und vierwertigen Verben.

Im Unterschied zu Tesniere und Brinkmann sieht Erben als
Ergдnzungsbestimmungen des Verbes nicht nur Subjekte, sondern auch
Prдdikativa, notwendige Prдpositiionalobjekte und Adverbialbestimmungen
an.

P. Grebe Grebe P.: “Der Groвe Duden. Grammatik der deutschen
gegenwartssprache“ Mannheim 1959, s. 436, 466, D. Schulz, H. Griesbach,
die das verb als Organisationszentrum des Satzes betrachten,
unterschieden obligatorische Prдdikatsergдnzungen und freie Angaben, die
in Satz weggelassen werden kцnnen.

Zu den Prдdikatsergдnzungen gehцren auch verschiedene syntaktisch
obligatorische Adverbialbestimmungen: z.B. Mein Freuend wohnt in einem
Hotel; das Fest dauerte bis zum Morgen; das Feuer entstand durch
Leichtsinn: Diese Adverbialen sind obligatorische Mitspieler des Verbs.

Sie kцnnen nicht weggelassen werden, weil diese sдtze dann ungrammatisch
werden. Freie Angaben umgekehrt kцnnen eliminiert werden, wobei der Satz
grammatisch richtig bleibt. Z.B. Ich will in Berlin einen Freund
besuchen;

W.G. Admoni Admoni W.G. “Der deutscte Sprachbau” Leningrad 1966, s. 80
spricht von der valenz als von der Fьgungspotenz, die allen Redeteilen
eigen ist und unter dem Einfluв des Kontextes und der Situation
teilweise aktualisiert wird. Diese Potenzen ‚schlummern“ im Redeteil und
werden im konkreten Redeprozeв zum Leben erweckt.

W.G. Admoni unterscheidet obligatorische und fakultative
Fьgungspotenzen: „Einige Beziehungen sind obligatorisch, d.h. ohne an
ihnen teilzunehmen, kann die Wortart ьberhaupt im Satz nicht erscheinen.
Die anderen sind fakultativ, d.h. der Redeteil kann sie auch entbehren“
Admoni W.G. “Der deutscte Sprachbau” Leningrad 1966, s. 81.

So ist die Beziehung des attributeven Adjektivs zum Substantiv
obligatorisch, weil ein Attribut im Satz ohene Substantiv nicht stehen
kann. Die Beziehung des Substantivs zum attributiven Adjektiv ist
dagegen fakultativ, denn das Substantiv kann in der Rede auch ohne das
attributive Adjektiv gebraucht werden. Z.B. Das [kein] Mдdchen begann zu
weinen.

Auf solche weise berьhren sich die Begriffe „obligatorisch“ und
„fakultativ“ mit den Begriffen „abhдngig“ und „dominierend“. Die
Beziehungen des „abhдngigen“ Redeteils zum dominierenden ist fьr Admoni
„obligatorisch’. Die Beziehung des „dominierenden“ Glieds zum
„abhдngigen“ kann jedoch sowohl „fakultativ“ als auch „obligatorisch“
sein.

Es hдngt fьr Admoni von semantischen Grьnden ab Admoni W. “Der deutsche
Sprachbau”, s. 82. Was Admoni unter obligatorischen und fakultativen
Fьgungspotenzen versteht, wird am greifbarsten in seiner Beshreibung der
Fьgungspotenzen des Substantivs im Akkusativ Admoni W. “Der deutsche
Sprachbau”, s. 84

14 Hellbig G. “Theoretische und praktische Aspekte eines Valenzmodells”
In Bva. Leipzig 1971, s. 35.

In diesem Fall sind fьr W.Admoni jene Fьgungspotenzen obligatorisch, die
der Akkusativ zu den ihm ьbergerdneten Gliedern hat (vor allem zum Verb,
zum Adjektiv und zu bestimmten Prдpositionen), zu Gliedern, von deren er
syntaktisch abhдngig ist.

Als fakultativ erscheinen die Fьgungspotenzen, die der Akkusativ zu den
ihm untergeordneten Gliedern hat (vor allem zu Attributen und
Pronomina), die vom Akkusativ syntaktisch abhдngig sind. G.Helbig
verlangt den Anwendungabereich der Termini „Fьgungspotenzen“ und
„Valenz“ klar zu trennen. Der Terminus „Fьgungspotenzen“ kann als
Oberbegriff gelten.

Von G.Helbig wird die Valenz vorwiegend als syntaktisches Phдnomen
betrachtet. Er hдlt das Verb fьr das syntaktische Zentrum des Satzes, an
das bestimmte Aktanten gebunden sind.

G.Helbig versteht unter Valenz die Fдhigkeit des Verbs, bestimmte
Leerstellen im Satz zu erцffnen, die durch obligatorische oder
fakultative Aktanten zu besetzen sind.

G.Helbig unterscheidet 3 Arten der Satzglieder:

1) Obligatorische Aktanten Aktanten sind
Valenzgebundene Glieder

2) Fakultative Aktanten

3) Freie Angaben nicht Valenzgebunden, sie kцnnen beliebig,
hinzugefьgt und weggelassen werden.

Die Aktanten sind im Stellenplan des Verbs vorgesehen und zahlenmдвig
begrдnzt fakultative Aktanten sind unter bestimmten Bedingungen
weglaвbar, sie werden stets mitgedacht, aber oblegatorische Aktanten
kцnnen nicht eliminiert werden.

Interessant ist die Konzeption, die von K.-E. Sommerfeld und H.
Schreiber vertreten ist. Sie unterscheiden 3 Arten der Valenz Stepanowa
M.D.: „Die Zusammensetzung und die “innere Valenz” des Wortes“. In:
„Deutsch als Fremdsprache“ 1967,Helf 6.

1) Die logische Valenz (in der Begriffstruktur). Unter der logischen
Valenz werden begriffliche Relationen verstanden. Auf Grund dieser
Valenz unterscheidet man begrifflich angelegte und begrifflich nicht
angelegte Partner des Wortes. Z.B. „ein grьner Baum“, aber „eine
gratze“.

2) Die semantische Valenz. (konkrete sprachliche Struktur) Hierunter ist
die Tatsache zu verstehen, daв bestimmte Wцrter bestimmte Partner
verlangen. Diese Partner mьssen bestimmte Bedeutungselemente besitzen,
um eine Verbindung eingehen zu kцnnen. Und ьber diese
Bedeutungselementeverfьgt nicht nur das Verb, sondern auch andere
Wortarten.

3) Die syntaktische Valenz (konkrete sprachliche Struktur). Unter der
syntaktischen Valenz wird die Tatsache verstanden, daв die Valenztrдger
auf grund ihrer kategorialen Angehцrigkeit und auf Grund ihrer
Verbindungsmittel syntaktische Rolle der Mitspieler und ihre
morphologische Struktur der Mitspieler bestimmten Sommerfeld K.-E.,
Schreiber H., „Wцrterbuch zum Valenz und Distribution deutscher
Adjektive“ Leipzig 1977, s. 17, 315 z.B. Das Verb „danken“ fordert 3
Aktanten:

1. ein Substantiv im Nominativ;

2. ein Substantiv im Dativ;

3. eine Prдpositionalgruppe mit „fьr“;

Ich danke dir fьr deine Hilfe.

1 2 3

In der vorliegenden Abhandlung wдhlen wir im Anschluв an K.-E.
Sommerfeld und H. Schreiber als Ausgangspunkt 3 Valenzauffassungen:

1) Logisch – begrifflichhe Valenz, das es nur begrifflich angelegte und
begrifflich nicht angelegte Partner geben kann.

2) Semantische Valenz, worunter die Tatsache zu verstehen ist, daв
bestimmte Wцrter bestimmte Partner verlangen.

3) Syntaktische Valenz, hierunter fassen wir die tatsache, daв die
Valenztrдger auf Grund ihrer Wortaufprдgung die syntaktische Rolle und
die morphologische Form ihrer Aktanten festlegen.

Unter Valenz verstehen wir die Fдhigkeit eines Wortes, auf
Grund seiner Bedeutung, Beziehungen zu anderen Wцrtern herzustellen.
Eine Valenz, die auf der bedeutung basiert, haben nicht nur die Verben,
sondern auch die Wortarten Substantiv, Adjektiv, Adverb;

Dabei unterscheiden wir solche Aktanten, die unbedingt stehen
mьssen, damit der satz grammatisch richtig wird (obligatorische
Glieder), und welche unter bestimmten Bedingungen stehen kцnnen
(fakultative Glieder).

VI. Valenz der Verben.

Ein neuer Aspekt der einteilung der Verben ist die gruppierung
der letzten nach der Valenz. Diese Einteilung ist
strukturell-semantische, da sie die inhaltliche Prдgung des Verbs und
sein grammatikalisches verhalten in Verbindung setzt.

Die Einteilung der Verben nach der Valenz ist in erster Linie
auf die Syntax orientiert und bildet heute eine der Grundlagen der
Theorie der Satzmodellierung. Es wird groвe Aufmerksamkeit bei der
Satzmodellierung der strukturell-semantischen
(lexikalisch-grammatischen) Analyse der Verben ihrer Valenz und ihrer
lexikalischen Mehrdeutigkeit geschenkt.

Unter Valenz des Verbs versteht man die Fдhigkeit des verbs,
die Zahl und die Art der Wцrter zu bestimmen, die das notwendige Minimum
des satzes bilden.

H. Brinkmann bestimmt die valenz des Verbs wie folgt: „Das
Verbum wirkt sich fьr den Satz nicht allein durch das
Subjekt-Prдdikatsverhдltnis aus, sondern auch durch weitere Beziehungen,
die dann naturgemдвt in das so erweiterte Subjekts-Prдdikatsverhдltnise
eingeschlossen werden“.

Vom Standpunkt der Valenz unterscheidet H. Brinkmann
entsprechend: nullstelige Verben (Es donnert, Es hungert), einstellige
Verben (die Mutter schlдft), erweitert einstellige Verben (Ich danke
dir), zweistelligen Verben (Er kauft die Nahrungsmittes im Geschдft).

Tesnier gibt auch seine Klassifikation der Verben der Valenz
nach. Sie ist der Klassifikation von Brinkmann teilweise дhnlich. Er
unterscheidet:

1) Avelente (nullwertige) Verben haben keine Valenz und kцnnen im
Prinzip keinen Aktanten regieren (es blitzt).

2) Monovalente (einwertige) Verben haben nur eine Valenz, sie regieren
nur einen Aktanten und sind intransitiv im traditionellen Sinne (die
Mutter ruht sich aus).

3) Divalente Verben (zweiwertige) haben zwei Valenzen und kцnnen zwei
Aktanten regieren, sie sind transitiv im traditionellen Sinne (Maria
kauft Butter).

4) Trivalente (dreiwertige) Verben haben drei Valenzen und kцnnen drei
Aktanten regieren (Alfred gibt Otto das Buch).

Die Einteilung der Verben in subjektive und objektive Verben
wird auch von dem modernen begriff „Valenz“ des Verbs ьberdeckt.

Das Verb spielt dank seiner inhaltlichen Prдgung eine
zentralle Rolle im Satz. J. Erben sagt, daв die Verben ein Gescgehen
oder Sein bezeichnen und also geradezu den Aussagekern liefern. Und
indem die finiten Formen des Verbs als Prдdikat ddes Satzes fungieren,
sind sie nach H. Glinz das „Leitglied des Satzes“. H. Renicke bestimmt
das Verb als „die Zentralgroвe des Satzes“.

Diese satzbildende Kraft der finiten Formen des Verbs erklдrt
man durch die Valenz des Verbs (oder Fьgungspotenz, fьgungswert,
Wertigkeit genannt). Die Valenz des Verbs bestimmt den Bau des Satzes.
Als Satzzentrumbesitzt dasVerb eine zweifache Valenz: a) die sogenannte
linksgerichtete Valenz. (Vorhandensein / Nichtvorhandensein des
Subjekts, Charakter des Subjekts); b) die sogenannten rechtsgerichtete
Valenz (Objekt bzw. obligatorische Umstandsergдnzungen).

Eine дhnliche Unterscheidung macht auch J. Erben: „Von der Art
und Wertigkeit des Verbs hдngt es wesentlich ab, welche und wieviele
Ergдnzungsbestimmungen in Vor- und Nachfeld des Verbs auftreten und das
Satzschema ausgestaten.“ Erben J. „Abriв der deutschen Grammatik“,
Berlin 1964, s. 231

Aus der Definition der Valenz von Helbig, Schenkel, wissen
wir, daв der Verb um sich herum bestimmte Leerstellen nur obligatorische
oder fakultative Mitspieler besitzen kann.

Und so unterscheidet H. Brinkmann nach der Zahl und dem
Charakter dieser „Leerstellen“ folgende Verben:

1) nullstellige Verben;

2) beschrдnkt einstellige Verben;

3) unbeschrдnkt einstellige Verben;

4) erweitert einstellige Verben mit Dativ;

5) erweitert einstellige Verben mit Genitiv;

6) notwendig zweistellige Verben;

7) erweitert zweistellige verben

8) dreistellige Verben;

J. Erben zдhlt mit Recht zu den obligatorischen Ergдnzungen des
Verbs im Satz nicht nur das Subjekt und die Objekt, sondern auch die
sinnotwendigen Umstandsergдnzungen. Vgl. Er schleudert ihm den Handschuh
ins Gesicht. Dementsprechend unterscheidet er ein-, zwei-, drei- und
vierwertige Verben.

Aber die neuste theoretische und auf den
fremdsprachenorientierte Untersuchung der Valenz deutscher Verben finden
wir im von G. Helbig und W. Schenkel verfaвten „Wцrterbuch zur Valenz
und Distribution“.

Hier finden wie die modernsten Definitionen fьr die Begriffe
„Valenz“, „Leerstellen“ und „Aktanten“ , die die grundlegenden Begriffe
der Valenztheorie sind.

Also die Valenz ist die Fдhigkeit des Verbs verstanden,
bestimmte Leerstellen um sich herum zu eroffen, die durch obligatorische
oder fakultative Aktanten zu besetzen sind. Als Leerstellen werden
verstanden, die vom Verb geforderten und obligatorischen bzw. fakultativ
zu besetzenden Stellen, die in der Bedeutung des Verbs angelegt sind.
Aktanten werden diejenigen Glieder genannt, die diese Leerstellen
besetzen.

V. Bedeutung und Valenz der Adjektive und Substantive.

zwischen absoluten nicht ergдnzungsbedьrftigen Adjektiven und den
relativen Adjektiven, die nach ihrer lexikalischen Bedeutung einer
Ergдnzung bedьrfen. Bei prдdikativer Verwendung erцffnen erstere eine
Leerstelle, letztere aber zwei Leerstellen. Die erste Gruppe wird von
Adjektiven Es gibt nicht nur die Valenz der Verben, sondern auch
die Valenz der anderen Wortarten, solcher wie die Adjektive und
Substantive.

Eine Reihe der Adjektiven ist valenzbedьrftig, diese Adjektive
fordern als Valenzpartner Substantive mit oder ohne Prдposition.

z.B. Ich bin stolz auf meine Schwester.

Er ist einer guten Sache nicht fдhig.

Das Mдdchen ist einer Rose дhnlich.

Der Turm ist 200 Meter hoch.

Einige Adjektive behalten ihre Valenzpartner auch bei der
attributiven Verwendung: ein 200 Meter hoher Turm, ein der Rose
дhnlicges Mдdchen.

Aber sehr viel Adjektive werden nur prдdikativ und
unflektiert gebrauucht: angst, feind, freund, schade, schuld u.s.w.

Es gibt aber auch die Adjektive, die nicht valenzbedьrftig
sind und nur attributiv gebraucht werden, sie erscheinen immer in
flektierter Form. Das sind zeitliche und rдmliche Bezeichnungen: die
heutige, gestrige Zeitung; der dortige, hierige Erwohner;

Manchmal kommt es vor, daв ein und dasselbe Bedeutung als
Prдdikativ auftritt. Vgl.

Ein holzernes Haus. Das Haus ist uas Holz.

Aber: Sein Gesicht ist holzern.

Ein italienisches Schuhzeug. Das Schuhzeug ist aus
Italien.

Aber: Das ist typisch italienisch.

Die Valenz des adjektivs ist einer der wesentlichen
Einteilungsgrunde, das ist eine Einteilung aus syntaktischer sieht.
Schon Otto Behaghel unterschied

Noch eine Einteilung des Adjektivs nach der Valenz und finden
wir bei Schendels E. Schendels. E. „Deutsche Grammatik“. Moskau 1979, s.
195

Hinsichtlich der obligatorischen und fakultativen Valenz teilt
Schendels E. die Adjektive in zwei Gruppen ein:

1) mit einer obligatorischen Ergдnzung, d.h. mit einem obligatorischen
Partner gebildet.

Er ist des Wartens mьde (ьberdrьssig)

Lдвt man die Ergдnzung weg, so дndert sich der Sinn:

Er ist mьde – Er ist des Wrtans mьde.

Er ist bцse – Bist du mir bцse?

Er ist fдhig (begabt) – Er ist einer solchen Tat nicht fдhig.

2) Zur zweiten Gruppe gehцren Adjektive mit einer fekultativen
Ergдnzung:

Er ist (in seinem Beruf) tьchtig.

Unser Land ist reich (an Bodenschдtzen).

Aber man kann die Adjektive der Valenz noch in zwei Gruppen einteilen:

1) Diese Gruppe charakterisiert sich dadurch, daв die Valenz eines
vieldeutigen Adjektivs von seiner aktualisierten Bedeutung abhдngt. Zu
dieser Gruppe gehцren z.B. Adjektive, die eine Person oder einen
Gegenstand von der physischen Seite charakterisieren: alt, groв, breit,
tief, schwer, lang u.s.w.

2) Und die letzte Gruppe umfaвt alle Adjektive, die keine untergeordnete
Ergдnzung fordern und folglich durch keine Valenz zu charakterisieren
sind: schon (sehr schon), gut, golden, neu u.s.w.

Diese Adjektive bezeichnen vollstдndige Begriffe.

Wie schon gesagt, kцnnen die Substantive auch die Valenz
besitzen. Die Bedeutung des Substantivs und seine Valenz sind
aufeinander bezogen. Viele Substantive erцffnen keine Leerstellen um
sich vollwertige begriffe bezeichnen, z.B. die meisten Gattungsnamen und
Eigennamen. Aber einige Substantive verlangen eine Ergдnzung, einen
obligatorischen Partner. Das sind in erster Linie :

1) Abstrakta, z.B. der Beginn (der Vorstellung oder Darstellung), der
Verlauf (der Versammlung, des geschehens), der Ausdruck (seiner
Gedanken, seines Gesichts) u.a.

2) Auch manche Bezeichnungen fьr Menschen sind ergдnzungsbedьrftig, z.B.
der Vertreter (des bundestages), der Leiter (der Firma), der Vorsitzende
(der Regierung) u.a.

3) Es gibt auch die sogenannten mehrwertigen Substantive, die zwei oder
drei Ergrdern: die Dankbarkeit (der Schьler gegenьber ihrem Lehrer fьr
seine Hilfe), die Fahrt (der Studenten in die BRD). Sonst sind die
Valenzpartner fakultativ, sie kommen bei jedem Substantiv erscheinen:
Aggregete von Textilmaschienen, das Motorrad des Nachbarn.

Als notwendiger Valenzpartner tritt zum Substantiv auch der
Infinitiv mit „zu“, z.B. die Mцglichkeit zu arbeiten u.a.

Wenn sich die bedeutung des Substantivs verдndert, so kann sich
auch seine Valenz дndern:

Mein Vater ist Lehrer (Berufsbezeichnung).

Ernst Thдlmann war Lehrer der deutschen Werktдtigen.

VI. Die Valenzanalyse des Verbs „danken“.

Jetzt nehmen wir die Valenzanalyse des Verbs „danken“ vor.

Die verben werden im Wцrterbuch zur Valenz und Distributiion deutscher
verben auf drei Stufen analysiert.

Auf Stufe I wird die Anzahl der Mitspieler oder Aktanten als Index zum
Verb angegeben. Dabei bezeichnet die zahl ohne Klammern die Anzahl der
obligatorischen Mitspieler; die zahl in der Klammern die zahl der
fakultativen Mitspieler. Die obligatorischen und fakultativen Aktanten
werden addiert zu Gesamtzahl der notwendigen (valenzgebundenen) Glieder.

z.B.: Stufe I „danken“ 1+(2)=3

Die verschiedenen Varianten eines Verbs, die in der Regek auh mit
verschiedenen Bedeutungen gekoppelt sind, werden auf Stufe I mit
Variante I (einen Variante) u.s.w. ungegeben. Das ist eine quantitative
Valeenzanalyse. Auf Stufe I werden nur quantitativen Valenzen angegeben.

Auf Stufe II werden die obligatorischen und fakultativen Aktanten als
syntaktischen Umgebungen des Verbs bestimmt. Das ist schon eine
qualitative Valenzanalyse. Dabei stehen die Symbole fьr die
obligatorischen Aktanten ohne Klammern, die fьr die fakultativen
Mitspieler in der Klammern.

Dies zeigt das folgende Beispiel:

Stufe II „danken“ ? Sn, (Sd), (pS / NSdaв)

Der erste Aktant ist obligatorisch. Er ist durch ein Substantiv im
Nominativ ausgedrьckt. Er steht ohne Klammern.

Die anderen Aktanten sind fakultativ. Sie kцnnen im Satz stehen oder
fehlen in bestimmten Situationen. Der Satz bleibt grammatisch richtig.
Aber den obligatorischen Aktanten dьrfen wir nicht lassen (nich
eliminieren), sonst wird der Satz nicht grammatisch .

Obwohl wir die fakultativen Aktanten eliminieren dьrfen, sie werden
stets mitgedacht.

Der zweite Aktant steht im Substantiv Dativ. Der zweite fakultative
Aktant kann entweder durch ein Substantiv mit einer Prдposition oder
einem Nebensatz mit „daв“ stehen. Alle auf diese Stufe vorkommenden
Symbole sind aus dem Abkьrzungsverzeichnis. G. Helbig, W. Schenkel
“Wцrterbuch zur Valenz und Distribution deutscher Verben“, VEB
Bibliographisches Institut Leipzig 1973, s. 97

Auf Stufe III werden die obligatorischen und fakultativen Mitspieler des
Verbs als semantische Umgebung fixiert.

Stufe III Sn? 1. Hum (Der Jubilar dankt)

2. Absrt (als Hum) (Der Betrieb dankt dem
Ministerium)

Sd? 1. Hum (Der Lehrer dankt dem Schьler)

Quellenverzeichnis

1. Stepanowa M.D., Helbig G. “Wortarten und das Problem der Valenz in
der deutschen Gegenwartssprache“ Leipzig, 1978

2. Helbig G., Schenkel W. „Wцrterbuch zur Valenz und Distribution
deutscher Verben“ VEB Bibliographisches Institit, Liepzig, 1973

3. Brinkmann H. „Deutsche Sprache“ Dьsseldorf, 1962

4. Erben G. „Abriв der deutschen Grammatik“ Berlin, 1964

5. Behaghel O. „Deutsche Syntax“, Bd II, Heidelberg, 1924

6. Heyse G.C.A. „Deutsche Grammatik“ Hannover / Leipzig, 1908

7. Grebe P. „Der Groвe Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache“
Mannheim, 1959

8. Admoni W.G. “Der deutsche Sprachbau” Leningrad, 1966

9. Helbig G. „Theoretische und praktische Aspekte eines Valenzmodells“
In BVa Leipzig, 1971

10. Stepanowa M.D. “Die Zusammensetzung und die “innere Velenz” des
Wortartes” In “Deutsch als Fremdsprache”, 1967

11. Sommerfeld K.-E., Schreiber H., „Wцrterbuch zur Valenz und
Distribution deutscher Adjektive“ Leipzig, 1977

12. Schendels E. „Deutsche Grammatik“, Moskau, 1979

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